09.04.2018

Alles dreht sich um Kultur und Natur

Nicht nur das Wildfreigehege Wildenburg, sondern auch viele andere außerschulische Lernorte im Nationalparklandkreis kennt Carmen Grasmück von ihren bisherigen beruflichen Aufgaben, aber auch aus privatem Antrieb: Die 42-jährige liebt das Wandern und ihre Heimat.

Nicht nur das Wildfreigehege Wildenburg, sondern auch viele andere außerschulische Lernorte im Nationalparklandkreis kennt Carmen Grasmück von ihren bisherigen beruflichen Aufgaben, aber auch aus privatem Antrieb: Die 42-jährige liebt das Wandern und ihre Heimat.

Artikel aus der Nahe-Zeitung vom 09.04.2018 (Stefan Conradt)

Außerschulische Lernorte sollen Kindern und Jugendlichen ihre Heimat mit all ihren Eigenheiten nahebringen und die darin wirkenden Menschen vorstellen. Das soll auf Dauer die regionale Identitätsfindung und die Wertschätzung der Region nach innen und außen stärken. Aber auch für die heimische Wirtschaft, die der Fachkräftemangel bereits heute belastet, bedeutet das Konzept des Regionalentwicklungsvereins, das sich am bereits seit Jahren sehr Nachbarkreis St. Wendel orientiert, ein Stück Hoffnung: dass nämlich die Kinder von heute nach ihrem Schulabschluss nicht fast schon automatisch die Region verlassen, weil sie wissen, welche beruflichen und Ausbildungschancen in der Nationalparkregion warten. Das Netzwerk soll der Region somit eine nachhaltige Identitätsentwicklung garantieren.

Angesprochen sind vor allem Kindergärten, Grundschulen, die VHS, aber auch weiterführende Schulen und Schullandheime. Sie sollen mit außerschulischen Lernorten in der Region vernetzt werden – das können Museen, Bibliotheken oder Schaubergwerke sein, aber auch Landwirte, Käsereien und Handwerksbetriebe. Den Kindern ihre Heimat wieder näherbringen, ist laut Landrat Matthias Schneider das Ziel des Bildungsnetzwerks Nationalparkregion, dessen Umsetzung sich der Regionalentwicklungsverein Hunsrück-Hochwald auf die Fahnen geschrieben hat. Der Startschuss ist nun gefallen: Mit Carmen Grasmück ist eine Koordinatorin gefunden und eingestellt worden. Seit Dienstag hat sie ihr Büro im Birkenfelder Schloss bezogen. Das Projekt, für das es eine auf fünf Jahre begrenzte EU-Förderung in Höhe von gut 320 000 Euro gibt, ist wichtiger Bestandteil des Masterplans für die Nationalparkregion (die NZ berichtete).

Carmen Grasmück ist eine Eingeborene durch und durch: im Birkenfelder Krankenhaus geboren, in Enzweiler aufgewachsen, in Algenrodt zur Schule gegangen, am Idar-Obersteiner Göttenbach-Gymnasium hat sie ihr Abitur abgelegt. Anschließend studierte sie an der Universität Koblenz-Landau Diplom-Pädagogik und begann ihren Berufseinstieg als Sozialpädagogin in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen in Koblenz und Montabaur. Nach ihrer Rückkehr in den Kreis Birkenfeld war sie lange Jahre als Bildungsbegleiterin in Maßnahmen für Jugendliche bei der Birkenfelder Elisabeth-Stiftung tätig. Neben ihren regulären Aufgaben hat sie dabei als Koordinatorin auf kollegialer Ebene team- und qualitätsfördernde Prozesse angeregt sowie pädagogische Fachtagungen mit organisiert. Neben diesen planerischen Aufgaben haben ihr Aktionen mit Kindern und Jugendlichen – auch in ihrer anschließenden Stelle als Amtsvormund beim Jugendamt der Kreisverwaltung – immer besonders viel Freude bereitet. Wandertage in der Region, Aktivitäten wie Bäumepflanzen oder Ausflüge zum Bostalsee oder zur Wildenburg begleitete sie immer gern – nicht nur diese außerschulischen Lernorte kennt sie wie ihre Westentasche.

Auch in ihrer Freizeit ist Carmen Grasmück viel in der Region unterwegs, erwandert die Traumschleifen und den Saar-Hunsrück-Steig – entdeckt ihre Heimat so immer wieder aufs Neue. Die Region hat in ihren Augen viel zu bieten in den Bereichen Natur und Kultur, die das Bildungsnetzwerk als Themen der lokalen Ressourcen im Fokus hat. Ihre Aufgabe wird es unter anderem sein, diese Angebote ins Bewusstsein der Bildungseinrichtungen zu bringen, sodass Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, ihr nahes Umfeld entdecken und wertschätzen zu können.

Am Dienstag tagt der Regionalentwicklungsverein, bei dem die 42-Jährige offiziell angestellt ist. Dann wird Carmen Grasmück ihr Konzept vorstellen. Zunächst will sie den Ist-Zustand eruieren: Was gibt es schon an Angeboten in Schulen und Kitas, welche außerschulischen Lernorte sind bereits etabliert? Danach wird sie Verbandsgemeinde für Verbandsgemeinde – nicht nur im Kreis Birkenfeld, sondern in der ganzen NLP-Region – sowie die Stadt Idar-Oberstein bereisen, um Einrichtungen kennenzulernen und mögliche Kooperationen abzusprechen. Nach und nach soll so eine Datensammlung erwachsen und auf einer eigenen Internetseite das Angebot dargestellt werden. Ein Augenmerk wird dabei auch immer die Erreichbarkeit der außerschulischen Lernorte sein – Stichwort ÖPNV.

Wer mehr über die Arbeit von Carmen Grasmück erfahren oder selbst ein außerschulisches Lernangebot beisteuern möchte, kann sich direkt an die Koordinatorin des Bildungsnetzwerks wenden: Tel. 06782/157 31 oder E-Mail an BiNet@ regionalentwicklungsverein.de